Klimagerechtigkeit jetzt! Aufruf zur Unterzeichnung der Durban-Erklärung PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Redaktion   
Montag, den 03. September 2007 um 12:48 Uhr

Der Vorstand unserer Bürgerbewegung für Kryo-Recycling und Kreislaufwirtschaft hat beschlossen, die Durban-Erklärung zum Kohlenstoffhandel "Klimagerechtigkeit jetzt!" zu unterzeichnen und ruft dazu auf, diese weiter zu verbreiten. Hier ist der dazu gehörende Aufruf:

CLIMATE JUSTICE NOW!
A CALL FOR PEOPLES' ACTION AGAINST CLIMATE CHANGE

Klimagerechtigkeit jetzt!
Ein Aufruf an alle Menschen, gegen den Klimawandel aktiv zu werden

Vertreter aus Organisationen und Bürgerbewegungen aus der ganzen Welt sind in Durban, Südafrika, vom 4.-7. Oktober 2004 zusammengekommen, um realistische Ansätze zu beraten, dem Klimawandel zu begegnen. Aus dem Treffen dieser Gruppe entstand dieser Aufruf zu einer weltweiten basisdemokratischen Bewegung gegen den Klimawandel.

Vor zwölf Jahren haben Regierungen die globale Erwärmung ernsthaft zur Kenntnis genommen und haben sich darauf geeinigt, dieses Problem anzugehen. Sie haben die Klimaschutz-Konvention unterschrieben und ratifiziert. Fünf Jahre später verständigten sie sich auf das Kyoto-Protokoll, mit dem konkrete Verpflichtungen zur Reduktion der Emissionen aus fossilen Brennstoffen der nördlichen Länder festgeschrieben werden sollten. Dieses Protokoll ist noch nicht rechtskräftig. (1)

Die vom Kyoto-Protokoll festgeschriebenen Emissionsverringerungen der Industrienationen betragen nur 5,2% unter den Werten von 1990, was nach der übereinstimmenden Überzeugung der meisten Wissenschaftler als nicht hinreichend erachtet werden kann, um der globalen Erwärmung effektiv zu begegnen. Aber sogar diese völlig unzureichenden Zielsetzungen werden durch Systeme wie den Kohlenstoffhandel umgangen., die die Einrichtung von Kohlenstoff"senken" einbeziehen wie Monokultur-Baumplantagen - hauptsächlich in den südlichen Bereichen unseres Globus. Solche Systeme werden genau von denjenigen aufgegriffen, die die Erde zerstören. Und gleichzeitig werden unvermindert die wahren Kohlenstoffreservoirs wie einheimischen Wälder vernichtet, was zu einer sogar noch verstärkten Freisetzung von Treibhausgasen führt.

Deshalb ruft die Durban-Gruppe alle basisdemokratischen Aktivisten und Organisationen auf der ganzen Welt dazu auf, sich für echte Maßnahmen gegen den Klimawandel zu erheben.

Zu den Gruppen, die überverhältnismäßig vom Klimawandel und den Scheinlösungen des Kyoto-Protokolls (wie Projekten zu Kohlenstoffsenken und der weiteren Suche nach neuen Lagerstätten fossiler Brennstoffe, deren Abbau und der Verbrennung) betroffen sind, gehören kleine Inselstaaten, deren gesamte Existenz bedroht ist, genauso wie indigene Völker, die Armen und Randgruppen, dabei insbesondere Frauen, Kinder und die älteren Menschen überall auf der Welt.

Regierungen und internationale Finanzinstitutionen wie die Weltbank weigern sich, Konzerne zum Ausstieg aus dem Einsatz fossiler Brennstoffe zu zwingen, statt dessen wird dadurch faktisch zu einem verstärkten Einsatz der zunehmend begrenzten Brennstoffvorräte ermuntert. Dieses Verhalten verursacht immer mehr militärische Konflikte auf der ganzen Welt, was soziale und umweltbedingte Ungerechtigkeiten vergrößert.

Genau so, wie sich überall auf der Welt Bürgerbewegungen gegen die Privatisierung von Wasser und Artenvielfalt erheben, so müssen wir aufstehen gegen die Privatisierung der Luft, die durch die Einrichtung eines gewaltigen "Kohlenstoffmarktes" vorangetrieben wird.

Wenn wir die Klimakrise abwenden wollen, sind drastische Reduktionen der Investitionen in fossile Brennstoffe sowie ihres Einsatzes unvermeidbar, genauso wie der Schutz der noch vorhandenen einheimischen Wälder. Dem gegenwärtig falschen Ansatz der internationalen Verhandlungen muss durch die aktive Beteiligung von globalen Bürgerbewegungen, im Norden wie im Süden, begegnet werden, die das Klima wieder selber in die Hand nehmen.

Wir rufen deshalb alle Aktivisten, Organisationen und Gemeinschaften dazu auf, die Erklärung, die aus dem Durban-Meeting hervorgegangen ist, zu unterzeichnen und sich dieser wachsenden globalen Bewegung anzuschließen.

Um diese Erklärung zu unterzeichnen, senden Sie bitte eine Email an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. oder besuchen Sie www.sinkswatch.org

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(1) Das Kyoto-Protokoll wird voraussichtlich im Verlauf dieses Jahres Rechtskraft erlangen. (Anm. d. Übers.: Das Kyoto-Protokoll ist am 16. Februar 2005 in Kraft getreten)

Übersetzung ins Deutsche am 29. Juni 2007:
Bürgerbewegung für Kryo-Recycling und Kreislaufwirtschaft - www.total-recycling.org

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